Menschenbilder zwischen Romantik, Moderne und Gegenwart
Am 12. März 2026 unternahm der eAn‑Kunstkurs des 13. Jahrgangs seine letzte gemeinsame Exkursion vor Beginn der Abiturprüfungen im April. Ziel war der Besuch der Hamburger Kunsthalle mit einer 90‑minütigen Führung zum Thema „Menschenbilder“. Dabei spannte die Führung einen Bogen von der Romantik über die Neue Sachlichkeit und den Kubismus bis hin zur Gegenwartskunst.
Im Mittelpunkt standen vier ausgewählte Werke, die gemeinsam betrachtet, analysiert und diskutiert wurden. Besonderes Augenmerk lag auf der präzisen Bildwahrnehmung, um Rückschlüsse auf den künstlerischen Entstehungsprozess sowie auf die Intentionen der Künstlerinnen und Künstler im jeweiligen historischen Kontext ziehen zu können. So wurden beispielsweise die Geschlechterrollen des 19. Jahrhunderts mit heutigen Vorstellungen verglichen und kritisch hinterfragt.
Ein wichtiger Schwerpunkt lag auf der sogenannten Rückenfigur im Werk Caspar David Friedrichs (1774–1840). Am Beispiel des berühmten Gemäldes „Der Wanderer über dem Nebelmeer“ (1818) wurde dieses Motiv untersucht und anschließend mit fotografischen Porträts des zeitgenössischen Künstlers Andrzej Steinbach (*1983) in Beziehung gesetzt. Dadurch eröffneten sich interessante Perspektiven auf Fragen der Wahrnehmung, der Identität und der Weiterführung künstlerischer Bildtraditionen. Auch das sich im Zuge der Industrialisierung wandelnde Menschenbild wurde thematisiert.
Darüber hinaus griff die Führung aktuelle Fragestellungen auf: Welche Entwicklungen stellen heute eine Bedrohung für das menschliche Dasein dar? In der Diskussion wurden insbesondere die Künstliche Intelligenz sowie der Einsatz von Drohnen als mögliche problematische Aspekte genannt.
Die Führung zeigte eindrucksvoll, wie eng künstlerische Darstellungen des Menschen mit den gesellschaftlichen Bedingungen ihrer Zeit verbunden sind. Gleichzeitig wurde deutlich, dass sich die Bedeutung von Kunstwerken im Laufe der Zeit immer wieder neu erschließt.
Im Anschluss an die Führung erkundeten die Schülerinnen und Schüler selbstständig die Sammlungen der Alten Meister und der Gegenwartskunst. Sie widmeten sich während des einstündigen Rundgangs unter anderem der Aufgabe, ein favorisiertes Bild mit Bezug zum Semesterthema fotografisch festzuhalten und die inhaltlichen Bezüge mithilfe von Schlüsselwörtern zu dokumentieren.
{Bilder und Text: vZ}
"Franz Gertsch: Meisterwerke zwischen Realität und Magie in den Deichtorhallen"
Am 1. April 2025 unternahm der Kunstkurs auf erhöhtem Anforderungsniveau gemeinsam mit interessierten Schülerinnen und Schülern des parallel stattfindenden Grundkurses eine Exkursion nach Hamburg unter der Leitung von Frau von Zweydorff. Ziel war der Besuch der Ausstellung „Blow-Up“ des renommierten Schweizer Künstlers Franz Gertsch (1930–2022) in den Deichtorhallen.
Die Werke von Franz Gertsch waren den Schülerinnen und Schülern bereits aus dem Unterricht des zweiten Semesters bekannt, da eines seiner Bilder im Hinblick auf das Abitur 2026 verpflichtend zu behandeln ist. Der Besuch der Ausstellung bot die Gelegenheit, die Werke des Fotorealisten im Original zu betrachten und einen vertieften Einblick in sein künstlerisches Schaffen zu gewinnen.
Im Rahmen einer Führung wurden die Schülerinnen und Schüler mit den verschiedenen gestalterischen Phasen des Künstlers vertraut gemacht. Dabei erfuhren sie, dass Gertsch zunächst inszenierte Bilder mit figurativer Tendenz schuf und sich über flächenbezogene, vereinfachte und kontrastreiche Darstellungen zunehmend dem Fotorealismus zuwandte, den er meisterhaft perfektionierte. Anhand diverser Beispiele wurde erläutert, wie es dem Künstler gelungen ist, malerische und fotografische Mittel unter Berücksichtigung eines entsprechenden Bildausschnittes zu vereinen. Besonders beeindruckt zeigte sich die Gruppe von der monumentalen Größe der Gemälde sowie dem enormen Aufwand, den der Künstler in seine Arbeit investierte. Leonie und Sophie äußerten: „Es ist faszinierend, wie viel Zeit und Organisation in jedes einzelne Werk geflossen sind.“ Kaya interessierte sich für den Transport der riesigen Leinwände, woraufhin erklärt wurde, dass diese gerollt und später auf Holzrahmen aufgespannt werden. Ein weiteres Highlight waren die Hochdrucke Gertschs, deren präzise Punkttechnik großes Staunen hervorrief.
Die Exkursion ermöglichte neben dem Besuch der Deichtorhallen auch einen freien Gang durch das nahegelegene Museum für Kunst und Gewerbe. Dort konnten die Schülerinnen und Schüler unter anderem die Ausstellung „Glitzer“ sowie Designstücke aus dem regulären Bestand erkunden. Lina zeigte sich besonders begeistert von einem japanischen Teehaus, während Kiana generell die Gegenüberstellung von Designobjekten verschiedener Epochen faszinierte. Für alle war etwas dabei, und es war sicherlich nicht der letzte Besuch in diesem beeindruckenden Museumskomplex.
Romantik trifft Impressionismus: Kunstkurse entdecken Meisterwerke im Landesmuseum Hannover
Am 17. Dezember 2024 besuchten die eA-Kunstkurse des 12. und 13. Jahrgangs das Landesmuseum Hannover unter Begleitung von Frau Langemeyer und Frau von Zweydorff. Im Fokus stand der "Tageszeitenzyklus" (1821) von Caspar David Friedrich, der einzige vollständig erhaltene Zyklus dieser Art, der dauerhaft im Museum ausgestellt ist. Dieses Werk ist Teil der Vorgaben für das Zentralabitur 2025/26.
Die SchülerInnen teilten sich in zwei Gruppen auf: Eine Gruppe nahm an einer Führung teil, die sich auf Caspar David Friedrichs romantische Werke konzentrierte. Die andere Gruppe besichtigte selbstständig die Sonderausstellung "Frischer Wind", welche bedeutende impressionistische Werke von dänischen, niederländischen und deutschen Künstlern präsentierte.
Die KunstkursteilnehmerInnen erkannten den Wert der Originale gegenüber Reproduktionen. Kayas Beobachtung zum Pinselduktus und Carlottas Erkenntnis zur Wahrnehmung impressionistischer Bilder aus verschiedenen Distanzen zeigen ein tieferes Verständnis für die Maltechniken. Besonders aufschlussreich war die Erfahrung, die tatsächliche Größe und Farbgebung der Werke zu sehen sowie zusätzliche Informationen zum Werkganzen, zu wichtigen Sujets und zum Entstehungszeitpunkt sowie zu möglichen Aussageintentionen der Künstler zu erhalten.
Nach dem Besuch des Museums erfolgte ein Abstecher zum Weihnachtsmarkt in Hannover, bevor die Gruppe nach Lüneburg zurückkehrte.
{Text und Bilder: vZ}
Hier ein paar fotografische Impressionen:
Auf Erlebnistour durch die Hamburger Kunsthalle
Am 24.11.2022 begab sich der Kunstkurs auf erhöhtem Anforderungsniveau (Jg. 12) auf Exkursion nach Hamburg, um die Kunsthalle zu besuchen. Ziel war es, durch die Begegnung mit originalen Kunstwerken das Wissen rund um die Landschaftsmalerei des 19. Jahrhunderts und der Klassischen Moderne zu vertiefen und zu erweitern sowie Museumsluft zu schnuppern.
Entsprechend den Semesterinhalten wurden im Rahmen der Führung primär Werke der Romantik, des Realismus und Postimpressionismus und des Expressionismus fokussiert. Dabei wurden die SchülerInnen und Schüler auch selbst aktiv. In Kleingruppen beleuchteten sie einzelne vorgegebene Kunstwerke, tauschten ihre Wahrnehmungen aus und präsentierten ihre Erkenntnisse schließlich dem gesamten Kurs. „Zu sehen, wie facettenreich der Künstler Carl Blechen gearbeitet hat, ist sehr aufschlussreich“, sagte Johanna zum Beispiel während des Meinungsaustausches. Carla, Emily und Kaya waren beeindruckt, wie gut sich der Malstil und der Farbauftrag anhand vieler Originale ablesen lässt. Fryda, Miriam und Frieda gaben zu verstehen, dass es eine besondere Erfahrung während des Museumsbesuchs war, eine konkrete Vorstellung von dem eigentlichen Bildformat zu gewinnen. Ihnen wurde bewusst, dass das Format einen nicht geringen Einfluss auf die Wahrnehmung des Betrachters hat. Mia hatte die Möglichkeit, ihr Wissen zu Caspar David Friedrichs Gemälde „Eismeer“, mit dem sie sich bereits während eines Referates auseinandersetzte, aufzufrischen. Sehr vielfältige Erlebnisse während des gemeinsamen Rundgangs.
Im Anschluss an die 90-minütige Führung gingen alle KursteilnehmerInnen auf eine einstündige individuelle Entdeckungstour durch die Sammlung des 19. und 20. Jahrhunderts. Dabei wurde auch ein von der Kursleitung ausgehändigter Arbeitsauftrag mit Theorie- und Praxisteil bewältigt. Die Ergebnisse sollten im Werktagebuch festgehalten werden und Grundlage für einen Austausch im Kunstunterricht sein.
Hier ein paar fotografische Impressionen:
{Fotos und Text v.Z.}